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Hypnosetherapie nach Milton Erickson:
"Jeder Mensch ist ein Individuum. Die Psychotherapie sollte deshalb so definiert werden, daß sie der Einzigartigkeit der Bedürfnisse des Klienten gerecht wird, statt den Menschen so zurechtzustutzen, daß er in das Korsett einer hypothetischen Theorie vom menschlichen Verhalten paßt."
(Erickson 1979)
VORURTEILE
Häufig wird angenommen, dass in Hypnose der eigene Wille beeinträchtigt
ist, und die eigene Kontrolle aufgegeben werden muß. Das würde
bedeuten, daß Klienten in Hypnose nichts zu ihrer Heilung beitragen
müssen und andererseits dem Therapeuten ausgeliefert sind. Beides
ist falsch.
Grundsätzlich ist diese Art der Psychotherapie
lösungs- und zielorientiert. Die gemeinsame Arbeit (TherapeutIn und
KlientIn ) ist focusiert auf jene Lösungszustände (gewünschte
Befindlichkeit), die der Klient anstrebt. Da das Wiedererlangen bzw. die
Erhöhung von Autonomie und Kompetenzen des Klienten im Vordergrund
stehen, wären jede Form von Abhängigkeiten - auch die vom Therapeuten
- nicht zieldienlich.
PRINZIPIEN DER HYPNOSE-THERAPIE
Die bedeutsame Wendung, die Milton Erickson in die Auffassung der
Hypnose brachte, lag einerseits in der großen Flexibilität
und Individualisierung der Durchführung. Zum anderen ist Ericksonsche
Hypnose-Therapie stark an den Möglichkeiten und Fähigkeiten
der Klienten orientiert.
Sie sieht das Therapieziel nicht mehr darin, den Klienten durch Suggestionen
zu ei-nem möglicherweise nicht ihm entsprechendem Ziel zu bringen,
sondern darin, daß der Klient seine eigenen Ressourcen für
sich nutzbar machen kann.
Das psychotherapeutische Vorgehen Ericksons respektiert die Autonomie
des Klienten in besonderer Weise und er betrachtet ihn und sein Problem
ganzheitlich und integrativ.
Dies bringt auch die implizite oder explizite Einbeziehung der Familienmitglieder
und anderer Umsysteme mit sich, da jedes Symptom beziehungsgestaltend
wirkt.
DAS POSITIVE MENSCHENBILD
Im Gegensatz zu den meisten anderen Psychotherapiemodellen wird die Aufmerksamkeit
in der Therapie nicht auf den Krankheitswert der Störungen, sondern
auf die Fähigkeiten und Potentiale, sogar auf jene, die in der Störung
selbst liegen, gerichtet. Symptome werden nach Möglichkeit nicht
als Defekte betrachtet, sondern als Besonderheiten, die in ihrem Muster
zu verändern sind.
Eine Störung ist häufig durch Rigidität von Denk-, Emotions-
und Verhaltensmustern bedingt. Diese gilt es in der Therapie zu verändern,
und hierzu wird Trance nutzbar gemacht, da alles was unwillkürlich
geschieht, schnell, effektiv und ökonomisch abläuft.
Im Gegensatz zur Freudschen Theoriebildung und in großer Nähe
zu C. G. Jung sieht Erickson das Unbewußte als einen Speicher lebens-
und entwicklungsgeschichtlicher Lernerfahrungen, die erheblichen Einfluß
auf psychische und körperliche Vorgänge ausüben. Diese
Erfahrungen sind prinzipiell wertneutral und für Veränderungen
nutzbar.
Vertrauen in unbewußte Prozesse zu haben, die in die vom Klienten
gewünschte Richtung laufen, bedeutet erhebliche Ressourcen im therapeutischen
Geschehen nutzen zu können.
Quellenangabe:
REVENSDORF Dirk: Klinische Hypnose,Springer Verlag 1993
HYPNOSE UND KOGNITION II(l+2)11994,MEG
Sie finden weitere Informationen zu Hypnose-Therapie auf folgenden Websites:
Milton ERICKSON Gesellschaft für Klinische Hypnose und Kurztherapie
AUSTRIA:
www.hypno-mega.at
Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose e.V.:
www.meg-hypnose.de
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Spezielle Therapieanwendungen:
Rauchentwöhnung
Tinnitus
Flugangst
Prüfungsangst
Fachartikel von Prof. Dr. med. HOLE:
» Die therapeutische Hypnose
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