Die therapeutische Hypnose

Formen, Möglichkeiten und Grenzen

Prof. Dr. med. Günter HOLE
Facharzt für Psychatrie und Neurologie, Psychotherapie, Ravensburg
Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 49


Zur therapeutischen Anwendung hypnotischer Methoden bedarf es eines vom Hypnotiseur strukturierten Ablaufs mit Einleitung und Rücknahme des Zustandes. Die angestrebten Wirkungen können auf psychischer, motorischer und auch psychosomatischer Symptomebene liegen. Die Einbettung in einen psychotherapeutischen Gesamtrahmen ist hierbei unbedingt notwendig.

Die in den letzten Jahrzehnten auch im deutschsprachigen Raum zunehmend häufigere Anwendung hypnotischer Verfahren in der Therapie wirft vermehrt Fragen nach dem Wesen und den Möglichkeiten dieser Methode auf. Sie ist erfreulicherweise als sogenanntes Zweitverfahren offiziell Bestandteil der Psychotherapie-Curricula geworden. Dennoch bilden wir hier eher das Schlußlicht in einer Entwicklung, vor allem gegenüber dem englischsprachigen Ausland.
Diese Verzögerung hat sowohl historische als auch psychotherapieideologische Gründe. Die Öffnung gegenüber diesem uralten heilkundlichen Erfahrungsgut war nicht nur durch allgemeine Vorurteile und die Bühnenhypnosen, sondern auch durch die Dominanz der Schulmedizin und die der Psychoanalyse verstellt.